Feuchtwälder sind voller Leben
Es gibt sie noch ...
... die artenreichen, sumpfigen und feuchten Wälder, unzugänglich und verwunschen. Auch im aufgeräumten, flurbereinigten Deutschland. Hier wachsen Moorbirken, Schwarzerlen, Traubenkirschen, Eschen und vereinzelt Kiefern. Hier brüten Kraniche, Schwarzstörche finden ihren Lebensraum. Auch die Biber, diese genialen Landschaftsbauer, sind mancherorts wieder vertreten.
Viele dieser über die norddeutsche Tiefebene verstreuten Feuchtwälder stehen bereits unter Naturschutz. Dennoch sind sie vom Menschen bedroht. Wir graben ihnen sprichwörtlich das Wasser ab, denn nasses Land gilt als unbrauchbar für den Menschen. Deshalb sind die feuchten Wälder bundesweit auf dem Rückzug. Durch Trockenlegung und Klimawandel drohen sie auszusterben!
Feuchtwälder sind Vielfalt
Die Feuchtwälder sind versteckte und doch stark gefährdete Kleinodien unserer Landschaft. Sie gehören zu den artenreichsten und vielfältigsten Biotopen. Zu ihren typischen Bewohnern gehören die schwarz-gelb gesprenkelten Feuersalamander, vereinzelt erfüllen Waldwasserläufer mit ihrer wunderschönen Stimme den Raum. Und dann gibt es da noch den "Vogel mit dem langen Gesicht". Die Waldschnepfe erspürt mit ihrem langen, äußerst sensiblen Schnabel im weichen feuchten Waldboden Nahrungstiere.
Feuchtwälder schützen das Klima
Feuchtwälder sind nicht nur für den Artenschutz von größter Bedeutung. Wie auch die tropischen Regenwälder erfüllen die niederdeutschen Feuchtwälder eine wichtige Aufgabe für den Klimaschutz - sie speichern Kohlendioxid. Bis zu dreißig Tonnen dieses klimaschädigenden Treibhausgases vermag ein Hektar feuchten Waldes aufzunehmen. Der feuchte Torfboden speichert es und bindet es im wachsenden Holz der Waldbäume.
Feuchtwälder sind auch aus forstwirtschaftlicher Sicht interessant und attraktiv
Feuchtwälder sind für die Forstwirtschaft mit die bedeutesten Waldflächen, die in Deutschland vorhanden sind. Der hohe Anteil an Laubbäumen ist nicht nur als Biotop wertvoll, sondern auch als Holzlieferant. Die natürliche Verjüngung wirkt sich ebenso wirtschaftlich günstig aus, wie das Edellaubholz von Stieleichen, Eschen oder Ulmen. von forstlicher Bedeutung ist auch der Genpool dieser Wälder wegen ihrer Vielfältigkeit.
Letzlich haben in diesen Wäldern teilweise die kulturhistorischen Waldwirtschaftsformen, wie der Mittel- und Niederwald überlebt, die so wie die Wälder auch für zukünftige Generationen erhalten bleiben.
alle das sind Gründe weshalb auch für die Forstwirtschaft diese Wälder interessant sind.
Aktion Feuchtwälder - das Sterben beenden
Die Deutsche Umwelthilfe will die Feuchtwälder unserer Heimat retten. In diesem bundesweiten Projekt geht es uns jetzt darum, das Bewusstsein für den Wert dieser Biotope zu stärken, Land und Forstwirte für die naturnahe Bewirtschaftung zu gewinnen. Wir zeigen praktisch gangbare Wege auf, um den Bestand dieser Biotope zu retten und durch direkte Maßnahmen der Wiedervernässung lassen wir neuen Feuchtwald entstehen. auch auf politischer Ebene kämpfen wir in Bund und Ländern für die letzten Feuchtwälder Deutschlands.
Häufig braucht es nur eine Initialzündung: Wasserabflüsse verstopfen, Wehre schließen und Gräben zuschütten. Dann gilt es, Wasserzuflüsse zu erleichtern und die Fließgeschwindigkeit von Flüssen und Bächen zu verringern. Den Rest besorgt die Natur von alleine.
Pressemitteilungen
- 02.02.2012 - Städte und Gemeinden gründen Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“
- 01.02.2012 - Grüne Städte braucht das Land – Kongress für „Biologische Vielfalt in Kommunen“ in Frankfurt am Main
- 18.01.2012 - Michael Spielmann folgt Rainer Baake als Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe
- 21.12.2011 - Die große Transformation erfordert mehr politische Steuerung und Ressourceneffizienz
- 20.12.2011 - Jetzt erschienen: Umweltmagazin zeo2 – Sieben Milliarden Menschen und eine Erde



