Kraftstoffverbrauch
Spritfresser oder Sparschwein?
Wer einen Neuwagen kauft, der informiert sich vorab bei einer Probefahrt und im Autohaus seiner Wahl über das Objekt seiner Begierde. Doch nicht nur Motorleistung und Komfort sind im Fokus der Interessenten, gerade ökologische Aspekte gewinnen beim Autokauf noch mehr als bisher Bedeutung, auch aus dem finanziellen Aspekt steigender Ölpreise und aus der Gewissheit der Endlichkeit der Ölreserven heraus. Auch ein Blick auf den Schadstoffausstoß des "Neuen" lohnt, nicht nur für unsere Umwelt, sondern auch für den eigenen Geldbeutel.
Kennzeichnungspflicht bei Neuwagen
Aus diesen Gründen ist es seit dem 1. November 2004 Pflicht, an oder neben jedem ausgestellten Neuwagen auf diese Werte aufmerksam zu machen. So muss der Käufer diese Werte nicht mehr aus dem Kleingedruckten des Hochglanzprospekts erlesen, sondern bekommt sie - wie auch den Preis - sofort ins Auge. Angegeben werden müssen der Verbrauch des Fahrzeugs nach DIN Norm bei Stadt- und Überlandfahrten sowie der so genannte Drittelmix, der dem Verbrauch im realen Alltagsbetrieb am nächsten kommt, ebenso wie der Ausstoß an Kohlendioxid in g/km. Zudem hängt im Verkaufsraum ein großes Plakat, das alle ausgestellten Modelle nach Verbrauch sortiert auflistet, um den Vergleich noch einfacher zu gestalten.
Verstöße gerade bei deutschen Herstellern
Was dem umweltbewussten Käufer das Leben erleichtert, wird nicht von jedem Hersteller gerne gesehen, denn meist gilt die Faustregel - je größer, desto teurer und je größer, desto mehr genehmigt sich der Wagen von dem teuren Saft. Gerade bei den Verkaufsräumen großer Deutscher Hersteller wurden hier bei Stichproben deutliche Mängel festgestellt. Im Interesse der Umwelt und der Verbraucher mahnte die Deutsche Umwelthilfe deswegen mit BMW, Daimler Chrysler und VW gleich drei Größen der deutschen Automobillandschaft ab. Meist handelte es sich bei den nicht oder unzureichend gekennzeichneten Automobilen um hochpreisige Modelle mit großen Benzin- und Dieselmotoren, bei denen der Kraftstoffverbrauch bekanntermaßen überdurchschnittlich hoch ist.
Besserung gelobt
Die Hersteller zeigten sich mehr oder weniger schnell einsichtig und kooperativ, um diese Mängel zu beheben. Allein der VW-Konzern kennzeichnete trotz unterzeichneter Unterlassungserklärung Neuwagen weiterhin unzureichend aus. Doch der Streit zwischen Volkswagen und der DUH ist nun beendet. Der Konzern zahlt 20.000 Euro an die Umwelthilfe. Das Geld wird für eine Kampagne gegen Spritfresser eingesetzt.
Obergrenze sinnvoll
In China und Japan werden 2006 und 2008 Obergrenzen für den Kraftstoffverbrauch von Automobilen festgelegt, so dass hier nurmehr Autos verkauft werden dürfen, deren Verbrauch unter einer gewichtsabhängigen Obergrenze liegt. Gerade in China, das von vielen als der Wachstumsmarkt der Zukunft angesehen wird, ist dies sicher sinnvoll, und im doppelten Sinne nachahmenswert. Nicht nur unsere Umwelt hier in Europa würde von einer derartigen Verordnung profitieren, auch unsere Automobilhersteller und damit die Arbeitsplätze in Deutschland wären gerüstet für den Wettbewerb auf diesen wichtigen internationalen Märkten. Es kann und darf nicht sein, dass Einsparpotential nur da genutzt wird, wo dies vom Gesetzgeber gefordert wird.
Links
Verbrauchsleitfaden
Leitfaden zu Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen aller neuer Personenkraftwagenmodelle, die in Deutschland zum verkauf angeboten werden
Downloads
Pressemitteilungen
- 10.09.2010 - Von wegen Transparenz: Unternehmen mauern bei CO2-Ausstoss von Dienstwagen
- 09.09.2010 - Deutsche Umwelthilfe ergreift rechtliche Schritte für einen Baustopp von Stuttgart 21 wegen Verstoß gegen Luftreinhalteauflagen
- 07.09.2010 - Druckchemikalien in Lebensmitteln: Ministerin Aigner hat ein Herz für die Industrie
- 06.09.2010 - Kennzeichnung von Getränkeverpackungen: Mehrweg-Allianz fordert uneingeschränkte Umsetzung des Koalitionsvertrags
- 06.09.2010 - Laufzeitverlängerung: Bundesregierung gelingt Durchbruch nach vorgestern

