Das Bollwinfließ
ein Moor voller Schätze
Eiszeit-Gletscher hinterließen nach ihrem Abschmelzen vor 12.000 Jahren eine vielfältige Landschaft: das Bollwinfließ. Vom Grundwasser durchströmte Moore, mäandrierende Bachtälchen und stille Seen wechseln sich ab. Für Gehölze war es in dem Tal stets zu nass, die Landschaft blieb offen.
Wie vielerorts in Deutschland versuchte man hier im 18. Jahrhundert, das Land zu entwässern, um die Wiesen landwirtschaftlich zu nutzen. Doch der Versuch scheiterte. Seit der Wende 1989 wurde die Nutzung ganz aufgegeben. Doch statt einer Renaturisierung wurde das Gebiet einfach sich selbst überlassen. So entziehen ihm noch heute die damals angelegten Entwässerungsgräben das überlebenswichtige Wasser. Dieses "Ausbluten" des Moores will die Deutsche Umwelthilfe gemeinsam mit der Michael Succow Stiftung verhindern.
Die Natur kommt zurück
In den letzten 20 Jahren gestalteten Biber stellenweise diese Landschaft. Sie stauten Gräben an, der Wasserspiegel stieg. So haben sie den Naturschützern schon viel Arbeit abgenommen. Nun entfalten Riede und Röhrichte ihre ganze Schönheit. Dass das Moor stetig wächst und Torf entsteht, ist ein Gewinn für die Natur. Andernorts werden Moore abgebaut, um den Torf in Medizin und Gartenbau zu nutzen.
Am westlichen Rand des 120 Hektar großen Gebietes liegt ein kleines Dorf, durch das Moor führt jedoch keine Straße hindurch. Lediglich Sandwege durchziehen das Moor. Mehrere Kranich-Paare brüten hier. Fischotter und Eisvogel finden an den kleinen Gewässern reichlich Nahrung. In dem umgebenden Hochwald jagt und brütet der Baumfalke.
Die Vielfalt des Lebens ist atemberaubend und lässt das Herz einese jeden Naturfreunds höher schlagen. Seeadler, Roter und Schwarzer Milan ziehen Ihre Kreise über dem für sie reich gedeckten Tisch. 2007 nisteten mindestens fünf Kranichpaare in diesem Moor. Auch die Bekassine, Himmelsziege genannt findet hier einen idealen Lebensraum. Auch am Boden finden sich viele Spuren des Lebens - zwischen wertvollen und seltenen Orchideen, streif- und breitblättrigem Knabenkraut und dem Großen Zweiblatt findet man immer wieder Biberburgen und -dämme, die vom Fleiß dieser kleinen Naturschützer zeugen.
Dauerhafter Schutz durch Landkauf
Die bundeseigene Bodenverwertungs- und -verwaltungs-GmbH bot Flächen im Bollwinfließ zum Verkauf an. Die Deutsche Umwelthilfe unterstützte das Vorhaben der Michael Succow Stiftung, das Naturparadies zu erwerben und dauerhaft zu sichern. Mit einem Projekt-Zuschuss der DUH im Jahr 2005 gelang es, die Flächen zu erwerben und dieses Kleinod zu bewahren.
Doch um ein ganzheitliches Naturschutzkonzept zu verwirklichen muss die Succow-Stiftung vor allem die zahlreichen in das Gebiet eingestreuten Flächen, die sich in privatem besitz befinden, aufkaufen, um dann die Renaturierung des ganzen Fließtales möglich zu machen.
So kämpfen die Deutsche Umwelthilfe und die Michael Succow Stiftung dafür, dass sich das Bollwinfließ als zusammenhängender Naturraum entwickeln und natürlich regenerieren kann.
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Pressemitteilungen
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- 01.02.2012 - Grüne Städte braucht das Land – Kongress für „Biologische Vielfalt in Kommunen“ in Frankfurt am Main
- 18.01.2012 - Michael Spielmann folgt Rainer Baake als Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe
- 21.12.2011 - Die große Transformation erfordert mehr politische Steuerung und Ressourceneffizienz
- 20.12.2011 - Jetzt erschienen: Umweltmagazin zeo2 – Sieben Milliarden Menschen und eine Erde





