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Lebendige Oder

Die Oder ist mit ihren noch weiträumig erhaltenen und naturnahen Überschwemmungsgebieten von überregionaler Bedeutung für den Umwelt- und Naturschutz in Europa. Weite Bereiche sind jedoch akut durch Ausbaupläne für Binnenschifffahrt und Hochwasserschutz gefährdet.

Unser Projektpartner
Zeit für die Oder

Zusammenschluss von Umweltschutzgruppen aus Polen, Tschechien und Deutschland

Geografie und Fakten

Die Oder entspringt im Mährischen Gebirge in der Tschechischen Republik, durchfließt Polen, bildet einen Teil der deutsch-polnischen Grenze und mündet nach rund 850 km in das Stettiner Haff (Zalew Sczecinski). Von dort fließt die Oder über mehrere Mündungsarme in die Ostsee.

Das Einzugsgebiet der Oder umfasst rund 119 000 km², das sich zu 6 Prozent auf die Tschechische Republik, zu 89 Prozent auf die Republik Polen und zu 5 Prozent auf die Bundesrepublik Deutschland verteilt.

Die Oderquelle liegt in Oderské Vrchy im Mährischen Gebirge (tschechische Ostsudeten) auf einer Höhe von 632 m ü. NN. Die derzeit gebräuchliche Einteilung (in Deutschland) in Obere Oder, Mittlere Oder und Untere Oder gliedert sich in folgende Abschnitte:

Quellgebiet der Oder

Die Obere Oder umfasst den Abschnitt von der Quelle bis zur Mündung der Neisse (Nysa Klodzka), die anschließende Mittlere Oder reicht bis zur Warthe (Warta)-Mündung. Der Flussabschnitt Untere Oder beginnt dort und endet mit der Oder-Mündung im Stettiner Haff (Zalew Sczecinski) an der Ostsee.

Nachdem im Jahre 1741 die Oder unter preußische Verwaltung kam und ein systematischer Flussausbau begann, wurde der Strom um 190 km, d.h. um fast ein Viertel der ursprünglichen Länge, verkürzt. Für Schifffahrtszwecke wurden zahlreiche Mäander abgeschnitten, Flussufer befestigt, Buhnen gebaut und im Oderbruch eine Stromverlegung vom West- an den Ostrand vorgenommen. So konnte Neuland gewonnen und die Schifffahrt belebt werden, doch resultierte daraus auch eine erhöhte Abflussgeschwindigkeit bei Hochwassern.

Dies zog wiederum den Bau von Staustufen und -becken im Oberlauf der Oder nach sich. Seit 1883 wurden insgesamt 23 Staustufen zwischen Kosel - kurz vor der tschechischen Grenze - und Brzeg Dolny auf einer Länge von fast 300 Kilometern errichtet. Diese weisen eine durchschnittliche Stauhöhe von 2 bis 4 Metern auf. Lediglich die letzte Staustufe staut das Wasser bis über 6 Meter. Als Folge davon sind über weite Bereiche starke Erosionserscheinungen und eine ernst zu nehmende Wasserspiegelabsenkung zu beobachten.

Unterhalb von Breslau ist der Fluss bisher noch nicht aufgestaut. Bis zur Mündung ins Stettiner Haff unterliegt die Oder einer so genannten Mittelwasserregulierung durch zahllose Buhnen.

Die Oder war ein typischer, von Mittelgebirgsflüssen beeinflusster Strom mit Niederwasserphasen, welche die Schifffahrt bisweilen monatelang unmöglich machten. An ihren Nebenflüssen wurden deshalb große Speicherbecken errichtet, um in Niedrigwasserzeiten den Abfluss zu erhöhen.

 

Mehr Informationen

Steckbrief

Programm für die Oder 2006, offizielles polnisches Programm

WWF (World Wide Fund for Nature) in Polen

Nationalpark Unteres Odertal

Der BUND und seine Partner geben einen Newsletter heraus. Die beiden Newsletter aus 2006:
ODRA Info 4
ODRA Info 5 
Weitere Newsletter finden Sie hier:
www.flussbuero.de

Kontakt

Deutsche Umwelthilfe e. V.
Albert Wotke
Hackescher Markt 4
Eingang:
Neue Promenade 3
D-10178 Berlin

Tel. + 49 (0) 30 - 25 89 86- 0
Fax +49 (0) 30 - 25 89 86-19