Neue Hoffnung für den Nerz
Der letzte Europäische Nerz in Deutschland wurde 1925 gesichtet. Seit 85 Jahren gilt der früher in weiten Teilen Europas verbreitete Nerz hierzulande als ausgestorben. Mittlerweile sind die flinken Wasserwiesel fast ganz von der europäischen Landkarte verschwunden. Nur noch inselartige Vorkommen halten sich in Teilen Osteuropas, im Norden Spaniens und in Südwestfrankreich.
Der Europäische Nerz (Mustela lutreola) gehört zur Familie der Marderartigen. Seine nächsten Verwandten sind der Europäische Iltis (Mustela putorius) und das Sibirische Feuerwiesel (Mustela sibirica). Im Volksmund wird er auch als Sumpfotter, Wasserwiesel oder Krebsotter bezeichnet.
Merkmale
Schokoladenbraunes Fell, rundum weiße Schnauze. Er wiegt bis zu 1.000 Gramm und wird nicht größer als einen halben Meter; auf den Schwanz entfallen ca. 19 Zentimeter. Er hat Schwimmhäute zwischen den Zehen und raue Fingerkuppen.
Verhalten
Nacht- und dämmerungsaktiv, Einzelgänger. Zur Paarungszeit im März und April paart sich das Männchen mit mehreren Weibchen in seiner Umgebung. Tragezeit sechs Wochen, zwei bis sieben Junge.
Verbreitung
Nur noch kleine Vorkommen in Nordspanien, im Südwesten Frankreichs, im Donaudelta in Rumänien, in Russland und Weißrussland. Lebensraumzerstörung und Bejagung haben den Nerz in Deutschland wie in den meisten europäischen Ländern ausgerottet. Wiederansiedlungsprojekte gibt es bisher nur in Estland.
Naturnahe Gewässerufer
Perfekt ist der Nerz an das Leben an dicht bewachsenen Ufern von Flüssen und Bächen, in Sümpfen und Bruchwäldern angepasst. Sein Fell ist dicht und dank seiner Schwimmhäute holt sich der kleine Marder seine Nahrung aus dem Wasser: Fische, Frösche und Krebse. An Land sind Mäuse eine willkommene Abwechslung im Speiseplan. Da die Tiere außer zur Paarungszeit als Einzelgänger unterwegs sind, kann ein besetztes Revier sich bis zu acht Kilometer am Gewässerufer entlangziehen.
Aber der Mensch hat seit Jahrhunderten daran gearbeitet, diese bevorzugten Siedlungsräume für sich zu optimieren: mit der Rodung von Auwäldern, der Begradigung von Flüssen und der Trockenlegung von Sümpfen hat er auch dem Nerz das Wasser abgegraben.
Verdrängt von der Verwandtschaft

- Die amerikanische Verwandtschaft - der Mink.(Foto: AnnaWojtowicz/Wikipedia.de)
Dann trat auch noch ein Konkurrent auf den Plan: der amerikanische Nerz oder Mink. Der wurde für die Pelzproduktion in Farmen gehalten. Entkommene oder von radikalen Tierschützern befreite Tiere konntensich in vielen Gebieten verbreiten und sind nun in Europa zur invasiven Art geworden. Hier hat der an Größe und Gewicht überlegene Eindringling auch für seinen europäischen Vetter geeignete Lebensräume besetzt.
Neue Gewässerlandschaften – folgt der Nerz dem Biber?
Dennoch stehen heute die Chancen für den Nerz in Deutschland in einigen Gebieten besser als noch wenige Jahrzehnte zuvor, denn Wasserqualität und Gewässerstrukturen sind vielerorts weit besser als früher. So gelang es an vielen Flüssen, die ebenfalls seit langem ausgerotteten Biber wieder heimisch zu machen. Wo sie blieben, haben sie die Flusslandschaften zu hervorragenden Lebensräumen für wildlebende Tiere umgestaltet. So auch im Südwesten des Landes, im Saarland.
Erste Erfolge für eine zweite Chance

- Nerz bei seiner Lieblingsmahlzeit: Frischer Fisch. (Foto: Florian Möllers)
Hier ist es dem DUH-Partner „EuroNerz e.V.“ in ersten Versuchen gelungen, Nerze in den Naturschutzgebieten bei Alsweiler und Berschweiler auszuwildern. Voraussetzung dafür war die äußerst schwierige, aber endlich erfolgreiche Nachzucht von Nerzen. In Westeuropa gelang sie erstmals 1997 Wolfgang Festl, dem Initiator des Projekts. Jetzt wollen wir den Nerz im Herzen des Saarlands wieder dauerhaft heimisch machen und mit Auswilderungen eine lebensfähige Population des kleinen Marders ansiedeln.
Retten Sie den Nerz in Europa!
Das ambitionierte Projekt braucht eine gesunde finanzielle Basis, denn die Nachzucht der empfindlichen Nerze, ihre Auswilderung und das wissenschaftliche Monitoring sind aufwendig und müssen über lange Zeiträume durchgehalten werden.
Ihre Spende hilft …
… die Erhaltungszucht fortzuführen: Es gilt, die Art vor dem Aussterben zu bewahren und in Zusammenarbeit mit europäischen Zoos gesunde, durchsetzungsstarke Tiere für den Fortbestand aufzuziehen.
- 45 Euro kann das Futter für einen Nerz in Gehegehaltung für einen Monat bezahlt werden.
... die Wiederansiedlung durchzuführen: Damit in Freiheit entlassene Nerze nicht abwandern und aufgrund ihrer mangelnden Ortskenntnis zu Tode kommen, brauchen sie Freigehege und Kunstbaue zur Eingewöhnung.
- Ein Eingewöhnungsgehege kostet ca. 2.000 Euro.
… die wissenschaftliche Begleitung sicherzustellen: Jedes Tier, das in freie Wildbahn gelangt, wird zur Identifizierung mit einem Mikrochip markiert und kann mithilfe der implantierten Telemetriesender im Gelände aufgespürt werden.
- 350 Euro kostet die Implantation eines Senders.
Hier können Sie online spenden!
Werden Sie Pate für den Nerz
Mit einer Nerz-Patenschaft helfen sie dauerhaft und wirkungsvoll, den Lebensraum des einheimischen Nerzes zu erhalten – das ist die Voraussetzung für den Fortbestand dieser weltweit vom Aussterben bedrohten Tierart. Sie können auch eine Patenschaft verschenken und erhalten eine attraktive Urkunde.
Hier können Sie eine Nerz-Patenschaft übernehmen!
Pressemitteilungen
- 11.05.2012 - OCEAN2012-Verbände: Schluss mit Steuergeldern für Überfischung
- 26.04.2012 - Falscher Fisch auf dem Tisch: Importware und Billigfisch nehmen zu
- 19.04.2012 - Aktuelle zeo2: Meins ist Deins, Teilen und Tauschen als neue Massenbewegung
- 18.04.2012 - Fremder Fisch auf unserem Tisch – Deutschland immer abhängiger von Fischimporten
- 16.03.2012 - Deutsche Umwelthilfe startet Haus- und Straßensammlung zum Schutz der Natur



