Umweltgerechtigkeit und Biodiversität
Was bedeuten naturnahe Freiräume für sozial benachteiligte Personen in Städten? Wie sehen die Lebensbedingungen in dichtbesiedelten urbanen Räumen heute aus und welche Funktionen erfüllen Parks und öffentliche Grünflächen für die Bevölkerung?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich das aktuelle Projekt "Umweltgerechtigkeit und Biodiversität" der DUH. Aktuelle Konferenzen, Projekte und Studienergebnisse zeigen, dass Umwelt- und Sozialpolitik viele positive Synergien aufweisen können.
Ökologische und Soziale Leistungen von Biodiversität
Biodiversität erbringt für den Menschen viele Leistungen und Nutzen. In modernen Industriegesellschaften werde diese Vorteile oft nicht gesehen, denn heute leben immer mehr Menschen in Städten und der Lebensstil ist stark auf die häusliche Umgebung ausgerichtet. Klar ist aber: Biodiversität fängt vor der eigenen Haustür an!
Städtische Räume bieten einer hohen Zahl von Pflanzen und Tieren einen Lebensraum. Aber auch für den Menschen ist Natur in der Stadt von ganz konkretem Nutzen. Nachgewiesenermaßen hat Natur positive Auswirkung auf die physische und psychische Gesundheit der Menschen, sie fördert Entspannung und Erholung, bietet Raum für Sport und Bewegung und den Abbau von Stress und Aggressionen. Gärten, Parks und andere städtische Grünflächen sind wichtige Ressourcen für die soziale und kulturelle Identifikation mit dem Stadtteil und der Stadt insgesamt.
Naturnahe Freiräume und ihre soziale Bedeutung
Das aktuelle DUH-Projekt "Umweltgerechtigkeit und Biodiversität" betrachtet diese Auswirkungen von öffentlichem Grün auf das Soziale und stellt Umwelt und Mensch in das Zentrum der Betrachtung. Für Kinder beispielsweise, die sozial und ökonomisch benachteiligt sind, sind Bildungs- und Entwicklungschancen im direkten Lebensumfeld sehr wichtig. Gerade in benachteiligten Quartieren sind aber weniger Grün- und Freiflächen vorhanden oder nicht nutzbar. Aktuell belegt zudem die Studie "Naturbewusstsein 2009", die im Auftrag des BfN erstellt wurde, dass sozial benachteiligte Gruppen eine größere Distanz zur Natur aufweisen als andere gesellschaftliche Gruppen. Sie verbinden mit Natur seltener Erholung, Schönheit und Gesundheit. Die positiven gesundheitlichen Auswirkungen, die der Aufenthalt in der Natur hat, bleibt sozial Benachteiligten verschlossen. Problematisch auch unter dem Gesichtspunkt, dass ein distanziertes Verhältnis zur Natur durch Erziehung an Kinder weitergegeben wird, ihnen entgeht damit ein Zugang zur wichtigen Erfahrungswelt Natur und Umwelt. Unser Ansatz ist es, darauf aufmerksam zu machen, das die Verbesserung der Umweltqualität durch ein biodiverses und naturnah gestaltetes Lebensumfeld zur sozialen Gerechtigkeit beiträgt.
Bundeshauptstadt der Biodiversität
Praxisnah werden positive Effekte aus der ökosozialen Stadtgestaltung, die Kommunen ergreifen, im Projekt im Rahmen des Wettbewerbs Bundeshauptstadt der Biodiversität aufgezeigt. Kommunen stellen ihre Maßnahmen zur Förderung lokaler Umweltgerechtigkeit in Bezug auf Biodiversität dar. Ein Projekt aus dem Bereich "Umweltgerechtigkeit und Umweltbildung" erhält einen Sonderpreis, der mit 5.000 Euro dotiert ist.
Weiterführende Infos zum Thema Umweltgerechtigkeit und Biodiversität finden Sie auf dieser Website sowie bei den Links.
Fotos (von oben):
© Dieter Schütz| © Tim Caspary | © Klaus Steves | alle auf www.pixelio.de | © BfN/ Torsten Wilke |
Pressemitteilungen
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